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Tilo Hähnel



»Technologien des Singens. Untersuchungen zum Dispositiv Singen – Körper – Medien in der Frühzeit der Tonaufnahme«

Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn, DFG, seit 2016.

Ziel ist es, eine Körper- und Mediengeschichte des Singens speziell für die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts zu schreiben. Es wird davon ausgegangen, dass das neue Medium ein Um- oder Neudenken des Körpers provozierte, das in Beziehung steht zu Veränderungen des Singens im Kontext eines mechanistischen Konzepts von Körper. Dass Singen mehr und mehr als Körpertechnik verstanden wird, zeigt sich nicht nur in Theorien, sondern auch in Veränderungen des Gesangs, etwa in den Bereichen Körperhaltung, Atmung, Vibrato und Registernutzung.

Diesem Ansatz wird in den vier miteinander verbundenen Arbeitspaketen Rechnung getragen:

  1. SängerInnen-Karrieren als Medienkarrieren
  2. Technik und Ästhetik der Gesangsaufnahme
  3. Quellen und Dokumente zur Ästhetik der Gesangsaufnahme und
  4. die Gesangstechnik im Körper- und Mediendiskurs.

Unpublizierter Vortrag:

»Sängerkörper im musikindustriellen Kontext: Gedanken zu einer musikwissenschaftlichen Dispositivanalyse.«Kolloquiumsvortrag vom 26. August 2016 in Detmold | [bib]


»Methoden zur Deskription populärer Musik auf Tonträgern«

Seit 2015.

Ziel des Projekts ist es, neue Methoden zu erforschen, die speziell für die Beschreibung von populärer Musik nötig und geeignet sind. Dabei sollen bestehende Ansätze der Musik­analyse, Inter­pretations­forschung und Signal­verarbeitung kombiniert und erweitert werden.

Dem Vorhaben liegt die Annahme zugrunde, dass für die präzise wissenschaftliche Beschreibung musikalischer Objekte im Rahmen einer (Musik-)analyse der Notentext nur ein unzureichendes Ausgangsmaterial bietet. Zentrale musikalische Objekte entstehen erst durch die Darbietung der Musik selbst und bleiben in der Partitur unsichtbar.

Bei der Darbietung musikalischer Objekte handelt es sich – im Gegensatz zur Aufführung einer musikalischen Idee (im Sinne der Interpretation einer Spiel­vorlage oder der Improvisation) – um eine künstlerisch wie technisch vermittelte (Re-)produktion, um das Resultat einer musikalisch-technischen Kollektiv­leistung, deren einzelne Produktions­schritte – und damit auch Autor­schaften – nicht mehr im Nachhinein rekonstruiert werden können. Dennoch ist es möglich, musikalische Objekte präzise zu erfassen. Können sie im Detail beschrieben werden, werden sie für die wissen­schaft­lichen Analyse zugänglich und verwertbar.


»Stimme und Gesang in der populären Musik der USA (1900–1960)«

Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, DFG, 2011–2014.

Im Forschungsprojekt wurde am Beispiel von Sängerinnen und Sängern aus den Bereichen Vaudeville, American Popular Song und Musical, Gospel Music, Blues und Rhythm & Blues, Jazz, Country Music und Folk Music sowie Rock'n'Roll und früher Soul untersucht und dargestellt, wie sich vokale Gestaltung­smittel entwickelt und einander über Genre­grenzen hinweg beeinflusst haben, und wie sie Images, kulturelle Stereotypen und kollektive Identitäten prägen und wider­spiegeln.

Im Zentrum des Forschungsprojektes standen:


»Computergenerierte expressive Musik­darbietung für die musik­wissenschaft­liche Hör­analyse«

Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg, Land Sachsen-Anhalt, 2008–2011.

Die Höranalyse, das bewusste Erleben eines musikalischen Werkes, stellt eines der wichtigsten Werkzeuge in der musik­wissen­schaft­lichen Analyse­arbeit dar, gilt oft sogar als letzte Instanz, die über Urteil und Interpretation einer Komposition entscheidet. Ziel des beantragten Projektes ist die Entwicklung von informatischen Verfahren, die ein Musik­stück seinem Inhalt (motivische Strukturen, dramaturgische Kulminations­punkte, Harmonik, Metrik usw.) entsprechend ausdrucksvoll darbieten und kontrastive Höranalysen auf Basis unter­schiedlichster inhaltlicher/analytischer Auslegungen möglich machen. Forschungs­gegenstand ist im Besonderen das außerordentlich umfangreiche und noch immer nicht voll erschlossene Oeuvre des aus Magdeburg stammenden Barock­komponisten Georg Philipp Telemann.

Das Projekt ist eine instituts­übergreifende Kooperation zwischen den Arbeits­gruppen Visual Computing und Data & Knowledge Engineering der Fakultät für Informatik und einer außer­universitären Forschungs­einrichtung, dem Zentrum für Telemann­pflege und -Forschung Magdeburg. Die Arbeits­gruppen bilden die inhaltliche Verbindung zwischen dem Forschungs­feld Information­svisualisierung (Teilbereich Informations­sonifikation) des Forschungs­schwerpunktes Computer­visualistik und dem Forschungs­feld Data and Knowledge Engineering.